Wattenmeer 2018 - Rolling Home

Fischkutter im morgendlichen Licht
Fischkutter im morgendlichen Licht

In diesem Jahr sind wir zwei Wochen im Juli mit der Rolling Home - einer Delanta 80 im Wattenmeer unterwegs. Ausgehend von Sint Nyk (St. Nicolasga) geht es über Workum und Hindeloopen ins Wattenmeer. Dort hoppen wir über die westlichen Watteninseln, die wir zu Fuß oder mit dem Tandem erkunden. Vlieland, Texel, Terschelling und Ameland stehen auf unserer Wunschliste. 

1. Tag: St. Nyk - Woudsend - Botterpol 

Obwohl wir gestern Abend erst deutlich nach Mitternacht angekommen sind, stehen wir heute früh auf. Es gilt keine Zeit zu verlieren, denn für die ersten Tage haben wir Besuch. Holger begleitet uns die ersten beiden Tage und daher wollen wir die gemeinsame Zeit möglichst voll ausnutzen. Noch vor dem Frühstück bringen Holger und ich sein Auto nach Hindeloopen - dort finden wir unmittelbar an der Marina einen öffentlichen Parkplatz. In Hindeloopen wollen wir ihn in zwei Tagen absetzen, um von dort in Richtung Wattenmeer aufbrechen zu können. Britta geht in der Zwischenzeit laufen und erkundet das sog. "Klein Amazonien" Sint Nyks - ein grünes Laufparadies inmitten des Dörfchens. 

Nach dem Frühstück geht es dann bei schwachen Wind nach Sloten. Wir erkunden gemeinsam den bekannten Ort mit seiner malerischen Gracht. Von dort aus brechen wir auf nach Woudsend. Auch hier lohnt sich der Abstecher durch die Stadt, den wir uns heute aber sparen. Bei mittlerweile sehr schwachem Wind wollen wir es noch an die "Häschen-Insel" (Langehoekspolle) schaffen - der Wind lässt uns dann aber im Stich und die letzten 20 Minuten müssen wir nach einem spontanen und erfrischenden Bad dann doch noch motoren. Wir werfen den Grill an und vertreiben uns den Abend mit Wikinger-Schach. Gerade als wir es uns endgültig gemütlich machen wollen, kommt eine abendliche Brise auf  und wir liegen bei 2-3 Windstärken auf Legerwall. Kein Grund zu Panik, im Gegenteil! Wir entscheiden uns, noch in den Abend hinein zu segeln, drücken das Boot ab, rollen die Genua aus und verlassen geräuschlos die Langehoekspolle. Zwei kurze Kreuzschläge, dann fallen wir in den Kanal zum Groote Gaastmer ab. Dort machen wir mit den letzten Sonnenstrahlen gegen 22:30 Uhr fest, ohne noch einmal den Motor bemüht zu haben.


2. Tag: Botterpol - Workum - Hindeloopen

Heute ist der Wind verschwunden. Wir versuchen uns nach dem Frühstück gemütlich nach Workum ziehen zu lassen, aber es ist kein Druck auf das Segeltuch zu bringen. Wir haben es nicht eilig und dümpeln langsam voran. Für zwei Meilen brauchen wir eine ganze Stunde. Irgendwann entscheiden wir uns doch für den Motor und eine Mittagspause in Workum. Wir legen mitten in der Stadt an und flanieren durch die schöne Innenstadt, machen an einem Café halt und genießen die Ruhe. Hindeloopen liegt um die Ecke und für einen Vergnügungsschlag auf dem Ijsselmeer ist der Wind einfach nicht da. 

Später geht es dann mit dem Motor in Workum durch die Schleuse und weiter nach Hindeloopen. Dort angekommen machen wir in der gut gepflegten Marina fest und gehen am Deich schwimmen. Später spazieren wir durch den gepflegten Ort mit seinen malerisch verwinkelten Gassen. Besonders das Schaats Museum und die Antiquitäten-Scheune sind einen Abstecher wert! Abends verlässt uns Holger und wir beginnen mit der Planung für die kommenden Tage:

Tide und Windvorhersage sind günstig und der Weg nach Kornwerderzand sollte morgen ein schneller Halbwindkurs werden. Wenn wir zwischen 11 und 12 die Lorentzsluisen passieren, wird uns die Welle schnell nach Harlingen ziehen. 


3. Tag: Hindeloopen - Kornwerderzand - Harlingen

Wir brechen um 10:00 Uhr auf. Der Wind kommt leider nicht mit der versprochenen Stärke und auch nicht aus der versprochenen Richtung. Er ist schwach und eher südwestlich statt westlich. Wir kommen nur langsam voran und diskutieren, ob wir nicht besser höher am Wind nach Den Oever fahren sollen. Wir sichten Gezeitentafel, Strömungs- und Seekarten. Welche Optionen ergeben sich? Vielleicht doch direkt nach Texel??Als wir die erforderlichen Infos zusammen haben, kommt eine dunkle Linie auf dem Wasser von Nordwesten auf uns zu. Der Wind dreht auf West und frischt auf 3-4 Knoten auf. Wer sagt´s denn? Perfekte Bedingungen für unseren ursprünglichen Plan!

Um 12:00 Uhr erreichen wir Kornwerderzand und müssen feststellen, dass offensichtlich alle zur gleichen Zeit durch die Schleuse wollen. Vor der Lorentzsluis herrscht das Chaos. Obwohl wir am Steg festliegen werden wir zweimal von einer größeren Yacht angestoßen. Mit Fendern können wir das Schlimmste verhindern. Später liegt das Boot genau hinter uns quer in der Schleuse - nach Helgoland und dann weiter nach Dänemark soll es gehen, meint der grinsende Skipper. Nach der heutigen Erfahrung steht für uns aber eines fest: Die Lorentzsluis immer gut ein bis zwei Stunden vor Hochwasser Harlingen anfahren und lieber dahinter noch ein Stündchen Pause machen. Das ist besser für die Nerven und die Lackierung des Bootes. Dann geht's endlich weiter nach Harlingen. Der Wind hat noch etwas nach Norden gedreht und wir müssen gelegentlich einen Holeschlag fahren. Aber bei mitlaufendem Wasser kommen wir gut voran und liegen um 14:40 vor der Schleuse zum Norder Haven. Wir müssen noch warten, bis das Wasser etwas tiefer gefallen ist. Dann öffnet die Schleuse und wir bekommen einen Platz an der Hafenmauer. Mit sehr langen Leinen und Fenderbrett begegnen wir den zwei Metern Tidenhub, schlendern durch die Stadt, lassen uns die Haare in einem supernetten Friseursalon "knippen" und trinken den obligatorischen Kaffee. Danach beobachten wir mit Büchern bewaffnet eine Weile an Deck, wie sich der Tidenhub auf unsere Leinen auswirkt und beschließen, dass wir entspannt schlafen können. 

Heute geht es früh ins Bett. Morgen um 5:45 Uhr macht die Schleuse das erste Mal auf und wir wollen mit dem ablaufenden Wasser nach Vlieland segeln.


4. Tag: Harlingen - Vlieland

Guten Morgen! Pünktlich um 5:45 Uhr öffnet die Schleuse. Wir sind nicht die einzigen, die so zeitig aufbrechen. Mit uns machen sich ca. 20 Yachten auf den Weg ins Wattenmeer. Der morgendliche Sonnenaufgang und das mitlaufende Wasser belohnen uns. Leider ist der Wind heute nicht mit uns aufgestanden. Er reicht kaum um das Boot auf Kurs zu halten und trotz zwei Knoten mitlaufenden Wassers entscheiden wir uns irgendwann den Motor anzumachen. So geht es für uns sehr schnell Vlieland entgegen. Um 9:45 Uhr kommen wir dort an und müssen erstmal vor dem Hafen vor Anker gehen, da der Hafen noch voll ist. Macht nichts, wir haben noch genug Lesestoff. Der Hafenmeister gibt uns zwei Stunden später das "Okay!" zur Einfahrt und wir bekommen eine Box ganz hinten im Hafen. 

Wir erkunden das Städchen, trinken Kaffee in einem süßen Pannekoekenhaus und erledigen unsere Einkäufe. Dann ruhen wir uns aus, denn für morgen ist Mammutmarsch-Training angesagt.  


5. Tag - Mammutmarsch-Training auf Vlieland

Heute wird die Insel erkundet - und zwar zu Fuß mit Rucksack. Wir laufen zum nahe gelegenen Aussichtspunkt und machen uns erstmal ortskundig. Dann geht's weiter zum Leuchtturm - von dort hat man eine lohnende Aussicht, wenn auch nicht kostenlos. Wir können unsere Ziele für die nächste Woche bereits in der Ferne liegen sehen. Der Leuchtturm von Texel, der Brandaris von Terschelling und das umgebende Watt bilden ein schönes Panorama. 

Wir laufen weiter nach Westen erst durch die schöne Dünenlandschaft, dann entlang der südlichen Küste von Vlieland bis zum Posthuys. Dort gibt's mal wieder Kaffee und gestärkt geht's weiter zur Nordsee. Wir schlendern barfuß im feinsten Sand durchs Wasser. Leider ist der herrliche Anblick immer wieder getrübt durch Plastikmüll am Strand. Wir sammeln bis wir die Hände voll haben, was leider nicht lange dauert. Am nächsten Dünenübergang wollen wir den Müll entsorgen, finden dort aber leider keinen Mülleimer :-(!

Wir gehen weiter. Je näher wir dem Ort kommen, desto lebhafter wird das Treiben am Strand. Kitesurfer, Buggyfahrer, Kinder, die Drachen steigen lassen und Sandburgen bauen. Dann sind wir wieder in Oost Vlieland. Wir schlendern noch ein wenig umher und kommen nach ca. 35 Kilometern Wanderung glücklich am Boot an. 


6. Tag: Vlieland - Texel

Heute hat die Tide ein Einsehen. Unser optimaler Zeitpunkt für den Aufbruch liegt um 8:30 Uhr. Das ist doch entspannt. Die Tide nimmt uns so mit aus Vlieland heraus, kippt dann und bringt uns bis zum Inschot. Dort ist ein Ankerstopp geplant, bis das Wasser wieder mitläuft. 

Schon in der Abdeckung der Hafeneinfahrt gehen unsere Segel hoch. Wir müssen zwar bei leichtem Wind kreuzen, aber der mitlaufende Strom transportiert uns nördlich von Richel in östliche Richtung. Als wir unseren Kurs Richtung Süden ändern, läuft auch der Strom schon mit. Wir haben jetzt halben Wind und es geht schnell in Richtung Inschot. Ab dort ist der Strom erstmal gegenläufig und wir haben einen Ankerstopp geplant. Da der westliche Wind aber mittlerweile 4 Windstärken erreicht hat und wir auch gegen den Strom noch mit 3 bis 4 Knoten in Richtung Texel reisen, fahren wir direkt weiter. Zwar bremst uns der Texelstroom, aber wir kommen trotzdem gut voran und erreichen gegen 16:00 Uhr den Hafen von Texel. Dort bekommen wir einen guten Platz und freuen uns schon auf eine Tour mit dem Tandem am nächsten Tag.  


7. Tag: Tandem-Tour auf Texel

Heute haben wir uns ein Tandem gemietet. Meine Chefin reißt direkt das Steuer an sich ;-) und wir trampeln zuerst nach De Hoorn, wo wir uns mit einem leckerem Apfelstrudel belohnen. Weiter geht es zum Ecomare - einem Museum, dass sich mit dem Wattenmeer und dessen Bedrohung auseinander setzt. Dort befindet sich auch eine Aufzuchtstation für verlassene Robben. Der Aufenthalt lohnt sich, es gibt viel zu lernen und zu entdecken.

Weiter geht's an der Westküste entlang über gut ausgebaute Fahrradwege bis zum Leuchtturm an der Nordspitze von Texel. Wir beobachten die Gleitschirmflieger (!) die dort im gleichmäßigen Aufwind fliegen. 

Dann geht's weiter über De Cocksdorp, Oosterend, De Waal und Den Burg zurück nach Oudeschild. Überall am Straßenrand gibt es hausgemachtes oder Tulpenzwiebeln aller Sorten und Farben zu kaufen. Wir entscheiden uns für die lilane Variante für unseren Balkon und freuen uns schon auf den nächsten Frühling! Eine wirklich schöne Tagestour. Wer einen Tag erübrigen kann, der sollte Texel auf jeden Fall erkunden! 


Hafenplaketten am Achterstag
langsam aber sicher füllt sich das Achterstag

8. Tag: Texel - Harlingen

Heute haben wir wenig, achterlichen Wind. Mit dem Texelstroom im Rücken geht es trotzdem zügig in Richtung Harlingen. Allerdings ist Konzentration gefragt, um nicht zwischendurch einzunicken. Wir lesen abwechselnd, machen gelegentlich ein Nickerchen und schaffen es ohne Motorkraft. Nach sechs Stunden liegen wir wieder im Norder Haven

 

 


9. Tag: Harlingen - Terschelling

Heute müssen wir nicht ganz so früh aufstehen, um mit der Tide nach Terschelling zu gelangen. Trotz schwachen Windes transportiert uns der Strom ganz ohne Motor bis zum Schuitengat. Ab dort ist dann aber ohne Motor nichts mehr zu holen.  Gegen 14:00 Uhr erreichen wir Terschelling.


Terschelling ist einfach schön

Am Nachmittag und Abend erkunden wir in Ruhe West Terschelling. Hier sind wir vor zwei Jahren auch mit der Vrouwe Willemke gewesen. Der Ort ist lebhaft und hat eine abwechslungsreiche, große Fußgängerzone. Geht man ein wenig weiter, kann man die herrliche Dünenlandschaft erkunden. 

Wir gehen zum Strand, laufen an den trockengefallenen Plattschiffen vorbei und träumen von unserem nächsten Vrouwe-Urlaub. Nächstes Jahr wollen wir hier auch trockenfallen! Wir genießen die abendliche Atmosphäre, spielen eine Partie Speedminton und lassen die Seele baumeln.

Am nächsten Morgen haben wir viel Zeit. Erst gegen 15:00 Uhr wollen wir die Tide nutzen um in Richtung Ameland zu fahren. Also mieten wir uns erneut ein Tandem. Dieses mal darf ich den Captain mimen. Wir fahren zur Nordküste der Insel und gehen am Nordseestrand schwimmen, drehen noch eine Runde und kommen aus östlicher Richtung nach West Terschelling zurück. Ein herrlicher Ausflug, vielleicht hätten wir uns doch den ganzen Tag Zeit nehmen müssen, aber so langsam schließt sich das Zeitfenster. Wenn wir auf diesem Törn noch nach Ameland wollen, dann sollten wir heute die Tide nutzen!


10. Tag: Terschelling - Ameland (denkste) - Terschelling

Heute haben wir alles ganz genau durchgeplant: Drei Flachstellen im Watt sollen auf der Fahrt nach Ameland überwunden werden. Die Fahrt ist auch ein wenig zeitkritisch, aber das Wetter ist perfekt und wenn nicht jetzt - wann dann?!

Als wir wieder am Boot sind, müssen die Boote umgelegt werden. Einige Skipper wollen wie wir heute oder morgen abreisen und da bis zu sechs Boote nebeneinander liegen, ist koordinatives Geschick gefordert. Als wir endlich frei zur Abfahrt sind, ist es eigentlich eine Stunde vor unserer geplanten Abfahrtszeit - aber wir entscheiden uns dagegen, noch einmal fest zu machen. Wenn wir zu früh am Wattenhoch sind, dann ankern wir eben und warten dort. Wir sind ein bisschen aufgeregt, guter Dinge und wollen lieber zu früh als zu spät an der Flachstelle sein.

Achterlicher Wind und mitlaufender Strom bringen uns schnell an die erste Flachstelle. Unmittelbar neben den Tonnen des Wantje liegt ein Plattbodenschiff auf der richtigen Fahrwasserseite (!) beunruhigend hoch auf dem Sand. Ich frage mich, wo wir da denn durchpassen sollen und vergleiche die Lage des Plattbodenschiffes immer wieder mit unserer Seekarte. Unmittelbar vor der Durchfahrt liegt außerdem ein Fischer auf Grund. Wir haben gesehen, wie er sich festgefahren hat. Vorsichtig nähern wir uns der Durchfahrt, doch dann spüren wir schon ein leichtes Ruckeln vom Kiel. Der Strom drückt in Richtung der Untiefe, aber wir können uns mit dem Motor befreien und werfen den Anker. Noch über drei Stunden wird das Wasser steigen, das bedeutet einen guten Meter mehr Wasserhöhe. Kein Grund zur Beunruhigung! Nach ca. 20 Minuten Wartens und Beobachtens fährt der Fischer mit Vollgas vom Schlick. Das dauert zwar eine Weile, aber er kommt dann doch los. Wir werten das als Zeichen und probieren hinterher zu fahren. Doch auch dieses Mal ruckelt es, bevor wir an der Tonne sind und der Strom drückt uns etwas auf die Seite. Mit dem Motor ist nichts zu machen, also werfen wir erneut schnell den Anker raus. Der Strom hat uns auch etwas aus der Fahrrinne gedrückt. Jetzt geht das Kopfkino los: Zwar kommt noch immer über 80 Zentimeter Wasserhöhe dazu, aber...

Nach wenigen, ewig erscheinenden Minuten richtet sich das Boot im Strom aus und wir schwimmen wieder. Wir beratschlagen uns, aber die Entscheidung ist bereits gefallen: Es kommen noch zwei Flachstellen und unsere Nerven sind bereits jetzt angespannt. Außerdem müssen wir, sofern auf Ameland angekommen, am nächsten Tag auf dem gleichen Weg zurückfahren... Wir kneifen und dampfen zügig in Richtung Terschelling. Dieses Jahr kommen wir nicht nach Ameland - aber dafür haben wir ja im nächsten Jahr ein Plattbodenschiff unter uns!

Zurück im Hafen fragen wir uns, warum es nicht geklappt hat und kommen auf drei Gründe zu sprechen:

1. Wir sind zu früh losgefahren und waren deshalb fast eine Stunde vor der berechneten Ankunftszeit an der ersten Flachstelle.

2. Wir haben zwar mit den neuesten Lotungen kalkuliert, aber auch nur mit 10 Zentimetern Wasser unterm Kiel, da wir gerne sehr früh an den verschiedenen Stellen sein wollten.

3. Wir wollten in einem Hochwasser drei Flachstellen mit einem Kielboot überfahren, dadurch wurde die Zeit nach hinten aber eng und so mussten wir zu Beginn mit zu wenig Sicherheitsabstand planen.


11. Tag: Terschelling - Kornwerderzand - Makkum

Heute ist wieder herrliches Segelwetter: Die Sonne scheint bei mittlerem Wind. Mit der Tide brechen wir in Richtung Schuitengat auf. Nach der Passage geht es nach Süden an Richel vorbei in Richtung Harlingen. Doch jetzt ist der Strom gegen uns und das wird noch 3 Stunden so bleiben. Da wir kaum noch voran kommen, fahren wir an die Zweimeterlinie und werfen den Anker und spannen die nächsten 2 Stunden gemütlich unter Deck aus. Nach einem Kaffee geht es dann gegen 16:00 Uhr weiter. Hoch am Wind müssen wir gelegentlich einen Kreuzschlag machen, aber wir kommen mit dem Strom gut voran. Vor Harlingen sind die Strömungsbedingungen immer noch günstig und wir entschließen uns, nach Kornwerderzand weiter zu fahren. Leider wird der Wind immer schwächer und dann lässt uns der Strom auch noch im Stich. Trotz Spinnaker kommen wir gerade noch mit ein bis zwei Knoten voran. Aber irgendwie wollen wir heute einfach nicht motoren. Gegen 22:00 Uhr passieren wir die Schleuse und es geht weiter nach Makkum, das wir mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen.


12. Tag: Makkum - Stavoren - Kruispolle

Heute am vorletzten Tag steht uns noch einmal ein besonders Highlight bevor. Heute Nacht ist die totale Mondfinsternis und die wollen wir an einem dunklen Ort genießen. Vorher hält das Ijsselmeer aber noch einmal tolles Wetter für uns bereit. Bei 4 Windstärken können wir sofort die Segel setzen und gleiten lautlos den Kanal zum Ijsselmeer hinunter. Dort müssen wir noch die Untiefe vor Makkum passieren, dann gehen wir hoch an den Wind. Es läuft gut und Stavoren kommt schnell näher. Erst kurz vor der Einfahrt zur Schleuse müssen wir noch ein paar kurze Kreuzschläge machen.

Heute verzichten wir auf den besten Kibbeling am Ijsselmeer und fahren direkt weiter in Richtung Flüssen. Dort legen wir an und packen direkt den Grill, Picknickdecken und die Bücher aus und genießen die Inselatmosphäre. Als die Sonne untergeht entscheiden wir vor der Insel zu Ankern, um freien Blick auf den Mond zu haben und packen die Laybag aus und machen es uns mit Schlafsäcken auf dem Vordeck gemütlich.

Die Mondfinsternis ist ein tolles Erlebnis. Bei klarsten Bedingungen können wir das Phänomen in Gänze genießen.


letzter Tag: Kruispolle - Heeg - Woudsend - Sloten - St. Nyk

Heute ist Rückfahrt angesagt. Die Windrichtung ist günstig, so dass wir auch im Kanal die meiste Zeit segeln können. Dafür werden wir aber mehrfach vom Regen geduscht.

Unseren ersten Stopp machen wir schon in Heeg. Dort kaufen wir ein paar kleine Ersatzteile und gehen Kaffee trinken. Dann geht es weiter durch Kanäle. Im Sloter Meer bekommen wir dann auch noch einmal richtig viel Wind und müssen gegenan kreuzen. Das macht aber auch viel Spaß. Ohne weitere Pause fahren wir dann den Rest bis nach St. Nyk. Ich verkrieche mich unter Deck, während Britta den kühlen Regen genießt.

In St. Nyk angekommen packen wir unsere Sachen und verabschieden uns von der Rolling Home: "Danke und bis zum nächsten Mal!"