Plattbodentörn 2016 - Vrouwe Willemke

Nachdem wir einige Erfahrung zwischen den drei westlichen Inseln der niederländischen Waddenzee gesammelt haben, wollen wir in diesem Jahr den östlichen Teil der niederländischen Nordseeinseln erkunden. Ameland und Schiermonnikoog stehen ganz oben auf unserer Wunschliste. Dafür optimal geeignet sollte ein Plattbodenschiff sein. Dieses reizt uns auch aufgrund seiner ursprüglichen Bedienung und des Flairs, der diesen Booten zu eigen ist.

Schon länger ist uns der Vercharterer Heeg by de Mar durch seine tadellos gepflegten Schiffe aufgefallen und nach Gesprächen bei der "Boot Düsseldorf" (Fachmesse für Wassersport) haben wir uns für die Hoogaars "Vrouwe Willemke" entschieden.

1.Tag: Heech - Anleger Sandmeer

Kaum in Heeg angekommen gehen wir erstmal "nen Kibbeling" und "ne Patat" essen. Anschließend nehmen wir im Hafen unsere "Vrouwe" in Augenschein. Unsere Crew besteht aktuell aus Eli, Andreas, Britta und mir. In einer knappen Woche werden noch Alex und Frederik nachkommen.

Nach zügiger Übernahme des Bootes - im Vorfeld haben wir uns natürlich bereits mit Hilfe des Bordbuches in die Technik des Bootes eingelesen - machen wir uns als Crew mit unserer Vrouwe vertraut. Das Boot ist top in Schuss und in einwandfreiem Zustand. Die Fallen liegen anders als bei den meisten modernen Yachten vorne am Mast und laufen perfekt in den Umlenkungen. Die Bedienung erfordert deutlich weniger Kraft, als bei den meisten modernen Charteryachten, die durch zahlreiche Umlenkungen der Fallen ins Cockpit viel Reibung erzeugen und daher ohne Winsch fast nicht zu bedienen sind. 

Das Setzen und Bergen der Segel ist leicht und während des ganzen Törns genießen wir, dass alle Segel jederzeit und auf jedem Kurs problemlos gesetzt, gerefft oder geborgen werden können.

Dann gegen 16:00 Uhr geht es endlich los. Wir kreuzen im Heeger Meer in Richtung Langehoekpolle. Unterwegs heißt es das Boot und die Manöver richtig kennen lernen. Insgesamt reagiert das Boot ganz anders als eine Kielyacht und die Seitenschwerter müssen im richtigen Moment bedient werden. Mit der Zeit werden die Wenden immer besser und nach zwei Stunden sind wir zufrieden, biegen an der Langehoekpolle ab und fahren dann nordwestlich in Richtung Workum weiter.  Im Sandmeer finden wir dann einen Naturanleger, machen fest und werfen den Grill an.


2. Tag: Sandmeer - Workum - Makkum

Ein wunderschöner Morgen. Die Sonne wärmt und ein leichter Wind lädt uns zum Ablegen ein. Also geht es schnell los. Frühstück gibt es unterwegs. Bis Workum müssen wir dann aber leider erstmal motoren, denn die Windrichtung passt nicht. Dafür kann jeder einmal steuern und sein Gefühl für das Schiff verbessern. Um halb zehn können wir in Workum festmachen und gehen erst einmal eine Runde spazieren, genehmigen uns einen großen Milchkaffee ("koffie verkehrt") und gehen dann noch schnell einkaufen. Dann heißt es aber Gas geben, bevor der Schleusenwärter Mittagspause macht.

"Draußen" auf dem Ijsselmeer herrschen dann ideale Bedingungen: Strahlende Sonne und  nordwestlicher Wind mit 3 bis 4 Windstärken. So kommen wir mit ein paar Wenden schnell nach Makkum und können uns immer besser mit dem Boot anfreunden. Beim Anlegen  steht der Wind allerdings sehr ungünstig und jetzt wird sehr deutlich, wie ungewohnt das Manöverieren mit einem Plattbodenschiff ist. Trotzdem bekommen wir das Boot im zweiten Anlauf sicher an den Steg - die eingebaute Bugschraube leistet dabei gute Unterstützung.


3. Tag: Makkum - Leijepolle

Heute Morgen weht es ordentlich. Der Wind ist mit SW 5 im Wattenmeer sogar mit 6 angesagt. Denkbar ungünstig, um mit einem noch relativ unbekannten Plattschiff aufs Wattenmeer zu gehen.  Wir wollen trotzdem mal schauen, wie es auf dem Ijsselmeer so ist. Schon nach wenigen Minuten ist klar: "Der Wind ist zu stark um in Richtung Stavoren zu kreuzen."

Wir drehen um und fahren mit gereffter Fock nach Makkum hinein und anschließend durch die Kanäle zum Heeger Meer zurück. Das Boot macht trotz gereffter Fock genügend Fahrt und wir können die ganze Zeit bei herrlichem Sonnenschein genüßlich segeln.

Im Heeger Meer angekommen, machen wir direkt an der Leijepolle fest und genießen im Lee der Insel den sonnigen Abend.

Erstmals kommt unsere Laybag zum Einsatz. Wie auf einem Sofa können wir auf dem Vorschiff in der Sonne sitzen - einfach toll. Für diesen Törn angeschafft, hat die Laybag sich zu unserem ständigen Begleiter entwickelt, schnell ist sie ausgepackt und auch wieder verpackt und liefert einen einen sehr bequemen Platz an allen Orten.


4. Tag: Leijepolle - Stavoren

Heute scheint erneut die Sonne, dazu pustet ein kräftiger Wind. Eigentlich herrliches Wetter, leider kommt der Wind genau aus der falschen Richtung. Wir müssen genau dagegen anfahren und die Wellen im Flüssen sorgen für viel Spritzwasser, dass über der Crew verteilt wird. Trotz strahlender Sonne tragen wir dickes Regenzeug und werden ordentlich ausgekühlt. Wir motoren den Johan Frisokanal nach Stavoren, da wir hoffen in zwei Tagen doch noch auf's Wattenmeer zu kommen. Als der Wind dann noch zunimmt, beschließen wir in Stavoren zu bleiben, schlendern durchs Dorf, wärmen uns in der Sonne und lassen es uns mit Kibbeling und Matjes gut gehen.


5. Tag - Stavoren über Lemmer ins Koevoeder Meer

Heute brechen wir früh auf. Leider ist die Windrichtung nicht günstig - 4 bis 5 aus Nordwest sind angesagt. Trotzdem wollen wir heute wieder zum Wattenmeer fahren. Auf dem Ijsselmeer ist der Wind dann doch nicht so stark. Dafür steht noch eine alte Welle und dunkle Wolken am Himmel lassen nichts gutes vermuten. Wir segeln gerefft und kommen nicht so richtig in Fahrt. Nach 1,5 Stunden haben wir noch nicht viel Strecke in Richtung Norden gut gemacht. Wir überlegen, wie der Törn in den nächsten Tagen weiter gehen könnte. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in zwei Tagen ein befreundetes Pärchen mit dem Zug nachkommt und wir dann gut erreichbar sein wollen. Schweren Herzens beschließen wir, dass es keinen Sinn mehr macht vorher aufs Wattenmeer zu gehen. Wir entscheiden uns in Richtung Lemmer und in den nächsten Tagen durch die Kanäle nach Leeuwarden zu fahren. Die Windprognosen dafür sind günstig und so heißt es "vorerst kein Wattenmeer".

Mit dem Wind, nur unter Fock, geht es dann schnell in Richtung Lemmer. Wir wollen heute Nacht dort in der Innenstadt übernachten und fahren direkt zur Lemster Sluis. Dort geht es aber nicht mehr weiter. In Lemmer tobt das Chaos. Der ganze Innenstadtbereich ist voll von Booten, an eine Einfahrt gar nicht zu denken. Die Schleuse öffnet nur noch, um Boote aus dem völlig überfüllten Innenbereich heraus zu lassen. 

Also geht's weiter zur Prinses Margriet Sluis. Dort ist es zwar auch voll, aber nach einer guten Stunde können wir endlich passieren und fahren mit Großsegel noch eine Weile bei abnehmendem Wind bis zum Koevoeder Meer, wo wir in der Welle an einem Naturliegeplatz festmachen.

 


6. Tag: Koevoeder Meer über Sneek nach Grouw

Der nächste Tag beginnt zwar sonnig, aber über Nacht ist es doch recht kalt gewesen und alles ist feucht vom Tau. Ohne Wind motoren wir durch Ijlst nach Sneek, wo wir einkaufen wollen. In Sneek ist "Sneekweek" und alle Anleger sind voll. Schon wieder deutlich außerhalb können wir halb im Vorgarten eines Hauses festmachen. Wir laufen los und werden bald von einer Bimmelbahn aufgesammelt, die zur Sneekweek die Leute in die Stadt fährt. Wir bummeln ausgiebig durch den Ort, gehen dann einkaufen und dann geht's wieder zurück zum Boot.

Im Sneeker Meer tobt das Regattageschehen. Wir wollen uns das genauer ansehen. Irgendwann kommt ein Pulk von Booten auf uns zu. Wir wollen niemanden behindern und weichen so gut aus wie möglich. Irgendwann heißt es den Motor zur Hilfe nehmen und schnell zurück ins Fahrwasser auszuweichen. Von dort beobachten wir noch eine Weile wie die Jollen vorbei fliegen, dann geht es weiter den Princess Margriet Kanal entlang nach Grouw


7. Tag: Von Grouw durch den Princenhof nach Leeuwarden

Heute ist das Wetter nasskalt und wir benötigen mal wieder unsere Regensachen. Da es nach Leeuwarden nicht mehr weit ist, nehmen wir uns die Zeit durch die kleinen Kanäle des Naturschutzgebietes Princenhof zu fahren. Mit unserem Plattbodenschiff können wir selbst durch die flachsten Gebiete fahren und mit den Regenschauern bieten sich uns wildromantische Ausblicke. 

Dann geht es weiter die Kanäle entlang nach Leeuwarden. Das letzte Teilstück ist eher trist, wir wechseln uns mit Steuern ab und werden noch von einigen Brücken aufgehalten. So sind wir dann erst gegen 18:30 Uhr in der parkartigen Innenstadt von Leeuwarden. Britta und ich ziehen dann schnell in den Salon um und später am Abend können unsere zwei neuen Crewmitglieder ihre Koje beziehen.


8. Tag: Von Leeuwarden über Dokkum nach Lauwersoog

Immer noch ist kommt der Wind aus Westen. Der direkte Weg nach Harlingen hieße einem weiteren Tag mit Motor zu fahren. Wir entscheiden uns, lieber mit dem Wind die Kanäle entlang nach Dokkum zu segeln. Die Stadt mit ihren zwei Windmühlen ist ein lohnendes Ziel!

Beim Stadtrundgang füllen wir die Vorräte auf und essen Eis. Anschließend geht es bei herrlichem Rückenwind weiter zum Lauwersmeer. Dort angekommen müssen wir immer höher an den Wind. Die Vrouwe liegt gemütlich auf der Seite und eine völlig veränderte Landschaft zieht an uns vorbei - Happy Sailing vom Feinsten. 

Zufrieden machen wir im Noordergat fest, werfen den Grill an und lassen es uns gut gehen.

Morgen soll es raus aufs Wattenmeer gehen. Gegen 8:00 Uhr soll die Tide optimal für uns sein und wir wollen uns auf dem Weg nach Ameland trockenfallen lassen.


9. Tag: Lauwersoog - Ameland

Gegen 6:00 Uhr stehen Britta und ich auf. Da die Windvorhersage am Vorabend noch relativ ungünstig war, gehen wir über den Deich zum Watt und beobachten das Meer eine Weile. Wir werden gegen den Wind aufkreuzen müssen und  er ist immer noch kräftig voraus gesagt, aber die Bedingungen scheinen insgesamt sehr gut zu sein.

Zurück am Boot wird die Crew aus den Kojen geworfen, Frühstück gemacht, die "Kuchenbude" abgebaut und die Leinen gelöst. Wir sind unterwegs zur Schleuse. 

Leider dauert es einige Zeit bis die Schleuse öffnet und wir fahren dann doch etwas später als geplant hinaus.

Der Wind ist gut und wir kreuzen nach Westen auf. Der mitlaufende Strom sorgt für ein gutes Vorankommen und schon eine Stunde später können wir ins Wantje einfahren. Wir bergen die Segel und motoren noch eine halbe Stunde bis das Wasser immer flacher wird. Jetzt verlassen wir das Fahrwasser und tasten uns die letzten Meter in Zeitlupe voran. Mit dem Staken wird der Untergrund gecheckt und dann haben wir Grundkontakt. Die Vrouwe liegt fest im flachen Wasser.

Jetzt heißt es warten, dass das Wasser ganz weg geht. Langsam legt sich das Boot immer weiter auf die Seite und schon bald können wir im knietiefen Wasser am Boot entlang gehen. Wir bringen den Anker aus und das Wasser zieht sich immer mehr zurück. Dann wird das Watt in unmittelbarer Nähe des Bootes erkundet. Viel Zeit bleibt allerdings nicht, da wir etwas später als geplant trocken gefallen sind. Das Wasser kommt wieder und nach etwas über 4 Stunden kommen wir wieder frei. Der Anker hält uns auf Position und wir können wenig später unsere Fahrt durch die Wantje nach Ameland fortsetzen.

Zwar ist die Windrichtung ungünstig und wir müssen motoren, aber die Fahrt durch die engen und flachen Fahrwasser bleibt spannend und abwechslungsreich. Um 19:00 Uhr erreichen wir Ameland

Morgen wollen wir die Insel und den Ort Nes erkunden.


10. Tag: Von Ameland zum Ankerplatz im Wattenmeer

Da unser Plan ist, mit dem abendlichen Hochwasser die Blauwe Balg zu passieren, werden wir erst in den Nachmittagsstunden ablegen. So steht heute Vormittag erstmal die Entdeckung von Nes auf dem Programm. Zu Fuß geht es in den kleinen, lebhaften Ort. Es sind auffällig viele Jugendliche und Kinder hier, die offensichtlich an einer Art Rallye teilnehmen und ihre verkleideten Betreuer suchen. Der Ort hat viele Touri-Geschäfte und unzählige Snackbars zu bieten und wirkt insgesamt etwas überlaufen, ist aber trotzdem gepflegt. Nach einer guten halben Stunde haben wir den Ort durchwandert und erreichen den Nordseestrand. Hier lassen wir es uns gut gehen, machen ein bisschen Akrobatik, gehen Schwimmen und genießen einen sahnigen Kaffee am Strand, der am Ende voller Sand ist.

Später geht es dann nach einem typisch holländischen Mittagessen, bei dem auch die Frikandel nicht fehlen darf, zurück zum Boot. Gegen 17:00 Uhr laufen wir dann in Richtung des Naturschutzgebietes Blauwe Balg aus. Diese wollen wir mit dem Hochwasser passieren und dann in einem westlich liegenden Priel ankern.

Zuerst kommen wir auch gut voran. Der Strom nimmt uns gegen den Wind mit und obwohl wir kreuzen müssen, kommen wir zügig voran. Als wir etwas abfallen und der Wind nachlässt, kommt erstmals das Klüversegel zum Einsatz. Tolle Segelatmosphäre bei perfekten Bedingungen.

Leider lässt der Wind uns immer mehr im Stich und als es zu dämmern beginnt entscheiden wir uns umzudrehen und schon vor der Blauwe Balg zu ankern. Mit dem letzten Licht erreichen wir einen guten Ankerplatz geschützt außerhalb der Fahrrinne. Wir werfen den Anker und fahren ihn fest. Etwas ungewohnt ist es, das Wasser vorbei rauschen zu sehen, obwohl wir fest vor Anker liegen. Wenig später ist es dunkel und wir machen es uns gemütlich. Einige Zeit verbringen wir noch im Cockpit und genießen die faszinierende Stimmung der Nacht im Watt.

Wir gehen schlafen nicht ohne vorher den Wecker auf 3:00 Uhr gestellt zu haben. Zu dem Zeitpunkt kentert nämlich der Strom und dann wollen wir unsere Position und den Anker kontrollieren.


11. Tag: Wattenmeer über Blauwe Balg nach Terschelling

Nach einer kurzen Nacht stehen wir schon vor Sonnenaufgang auf und machen uns zur Abfahrt bereit. Mit zunehmendem Licht kommen die nahegelegenen Tonnen des Fahrwassers in Sicht - das Signal zum Aufbruch. Wir lichten den Anker und fahren ins Fahrwasser. Leider ist vorerst kein Wind und so geht unter Motor bei Sonnenaufgang zur Blauwen Balg. So früh sind wir ganz alleine und können unzählige Robben beobachten. Einige kommen sogar ganz nah ans Boot heran. Dann kommt auch noch Wind auf und wir setzen die Segel. Über zwei weitere Flachs (Oosterom) geht unser Weg nach Westterschelling, wo wir schon um 10:30 Uhr festmachen können.


12. Tag: Terschelling über Kornwerderzand nach Makkum

Noch haben wir drei Segeltage vor uns und eigentlich wollen wir auch nach Vlieland. Da aber die Tide von Tag zu Tag ungünstiger wird, entscheiden wir uns erstmal Terschelling zu genießen und dann doch schon am frühen Nachmittag mit dem Strom nach Kornwerderzand zu segeln. Da Frederik Geburtstag hat, haben wir eine besondere Überraschung - eine Pfannekuchen-Nutella-Torte wird eilig gebacken, während Frederik und Alex einkaufen. Da der Hafen von Terschelling voll ist und einige Boote früh los wollen, müssen wir auch noch den Liegeplatz wechseln, aber nach einer kurzen Irritation finden die beiden uns doch schnell und wir können endlich über die Torte herfallen. Nachdem wir alle pappsatt sind, zaubern die Reste ein Lächeln in die Gesichter der Jungs vom Nachbarboot.

So gestärkt brechen wir dann nach Westterschelling auf. Wir erkunden abermals die Stadt mit ihren vielen Geschäften und Cafés. Dann geht es weiter zu den Dünen und zum Strand. Dort spielen wir im Sand, lesen und "chillaxen". Viel zu schnell wird es Nachmittag und um 14:00 Uhr geht es zurück zur Vrouwe. Ruckzuck sind wir unterwegs, setzen die Segel noch bevor wir das Fahrwasser erreichen. Der Wind ist günstig und wir rauschen mit dem Strom durch den Slenk und weiter in Richtung Harlingen. Der GPS zeigt kontinuierlich 7 Knoten über Grund an und das Inshot Fahrwasser kommt viel zu schnell näher. Um nicht zu früh da zu sein, nehmen wir das Klüver herunter. Trotzdem ist mir nicht ganz wohl, da wir doch eine Stunde vor dem berechneten Zeitpunkt am Flach ankommen. Einige große Plattbodenschiffe liegen auch noch vor Anker und warten auf die Durchfahrt.

Nachdem wir das Flach passiert haben geht es weiter zur Schleuse. Der Wind hat wieder etwas nachgelassen und wir können unter Segeln bis zum Anleger fahren. Nur für die Schleuse benötigen wir den Motor und schon hinter den Schleusentoren wandern die Segel wieder nach oben.

Wir segeln mit dem Sonnenuntergang im Rücken nach Makkum und liegen an der gleichen Stelle wie schon vor 10 Tagen.


13. Tag: Makkum nach Medemblik

Heute Morgen herrscht wieder perfektes Segelwetter. Der Ostwind ist mit 2 bis 3 angesagt und die Sonne scheint im Accord. Nach ausgiebigem Frühstück, Einkauf und Eis geht es relativ spät erst kurz nach Mittag los. Nach nicht einmal 5 Minuten stehen die Segel und lautlos gleiten wir dem Ijsselmeer entgegen. Mit halben bis raumen Wind unter Klüver, Fock und Groß geht es mit sechs Knoten Medemblik entgegen. Heute ist "Bikini-Wetter" und die Sonnencreme fließt in Strömen. Wie schade, dass es sich schon um den vorletzten Segeltag handelt, den wir in vollen Zügen genießen.

Kurz vor Medemblick bergen wir dann das Großsegel und das Klüver. Wir sind mittlerweile top eingespielt und lassen uns den Rest des Weges von der Fock bis in den Hafen ziehen. Nur ganz am Schluss zum Anlegen müssen wir die Maschine zur Hilfe nehmen. Seglerherz, was willst du mehr?

Medemblik ist ein sehr schönes Städchen und lädt zum Bummeln ein. Die kleinen Grachten, die Gasse, der Hafen, alles ist gut gepflegt und so machen wir bei unserem Rundgang viele Fotos.


14. Tag: Von Medemblik ins Heeger Meer

Heute ist der letzte richtige Segeltag. Der Wind hat über Nacht leider nicht gedreht und so müssen wir heute nach Stavoren direkt gegen den Wind fahren. Wir brechen daher dieses Mal früh auf. Schon im Kanal werden die Segel vorbereitet und beim Passieren der Hafeneinfahrt gesetzt. Bei 3 bis 4 Windstärken aus Nordost kreuzen wir Stavoren entgegen. Zwar machen wir gute Fahrt aber der Wendewinkel ist nicht sehr gut. Wir merken schnell, dass einige Zeit brauchen werden. Nach über drei Stunden haben wir gerade mal die Hälfte geschafft. Da wir noch einkaufen müssen, beschließen wir irgendwann den Motor anzumachen. Dann geht es unter Motor nach Stavoren und dann den Johan-Friso-Kanal an Warns und Koudum vorbei durchs Flüssen und Heeger Meer nach Woudsend. Dort besichtigen wir noch einmal in Ruhe die Stadt mit ihren zwei Windmühlen und der malerischen Gracht. Dann wird für das abendliche Grillen eingekauft und dann geht es zum letzten Schlafplatz, der Rakkenpole.


letzter Morgen: Rakkenpole zurück zu Heech by de Mar

Heute ist es so weit: Um 9:00 Uhr müssen wir unsere "Vrouwe Willemke" zurück geben. Also ist heute noch einem frühes Aufstehen angesagt. Der Morgen ist ein Traum. Ein leichter Nebel liegt noch wie eine dünne Decke über dem Wasser und gibt dem Sonnenaufgang einen ganz besonderen Flair. Dazu weht ein leichter Wind, den wir tatsächlich noch für die Fahrt nutzen können. Wir legen direkt ab, setzen ein letztes Mal Segel und gleiten wie in Zeitlupe über das Meer. Wehmütig werden unterwegs die letzten Taschen gepackt und "klar Schiff" gemacht. Bis zum Hafen zieht und der leichte Wind und wir können bis zum Schluss segeln. Was für ein Abschluss.

Die Übergabe verläuft schnell, routiniert und unkompliziert und dann nehmen wir Abschied:

"Bis bald Vrouwe! Wir freuen uns schon aufs nächste Mal."