24-Stunden-Schwimmen

Nächtliche Stimmung im Schwimmbad
Nächtliche Stimmung im Schwimmbad

Im Jahr 2014 nahm ich zum ersten – & bisher leider einzigen – Mal an einem 24-Stunden-Schwimmen teil. Mein Ziel war klar: 13 km sollten es werden – nicht mehr & nicht weniger – ganz genau meine Glückszahl bitte!

Los ging es mit gut gefüllter Provianttasche an einem Samstag um 13:00 Uhr in einem rappelvollen Schwimmbad mit der Startnummer 25. Meine ersten Bahnen verliefen sehr ernüchternd… langsam, ohne den eigenen Rhythmus zu finden & mit einigen Hieben und Tritten von rechts und links – es war schlichtweg viel zu voll. Deprimiert & zugleich zu ungeduldig zum Umdenken verbrachte ich die ersten zwei Stunden komplett im Wasser – ohne eine nennenswerte Anzahl an Bahnen zu absolvieren. Danach hatte ich die Nase voll! Trotzdem freute mich die rege Teilnahme, schließlich ging es mit jeder Bahn um den guten Zweck!

Ab ca. 17:00 Uhr lichtete sich das Becken & ich fand langsam in eine Routine, die ich die folgenden zwanzig Stunden durchhalten konnte – 30 Minuten schwimmen (Kraul, Brust und Rückenkraul im Wechsel), 30 Minuten Pause (Lesen, Essen & Dösen im Wechsel). Ab ca. 23:00 Uhr waren außer wenigen Einzelschwimmern & drei Trainingsgruppen aus Schwimmvereinen nur noch die Schwimmmeister, einige Helfer & zwei Sanitäter pro Bahn zu sehen. Badeliegen wurden gruppiert & jeder fand ein gemütliches Plätzchen zum Ausstrecken. Das Schwimmbad lag außer der Beckenbeleuchtung & einigen Lichterketten mittlerweile im Dunkeln – eine einzigartige Stimmung! Das Plätschern des Beckens, gedämpfte Gespräche, das vereinzelte Blättern von Büchern & Bruchstücke von Hörspielen – ab & zu auch ein Schnarchen – waren hier & da zu hören. Ab 0300 Uhr morgens wurde das Wachbleiben zur echten Herausforderung für mich… glücklicherweise übernahmen die netten Helfer das Zählen der Bahnen & die Sanitäter versorgten alle Schwimmer mit isotonischen Getränken & frischem Obst. Der ein oder andere Schokoriegel erfrischte ebenfalls die Lebensgeister! Gegen 07:00 Uhr war mein Tief überwunden & die ersten Frühschwimmer brachten ausgeschlafene Fröhlichkeit in die Runde bevor es ab 1100 Uhr wieder zunehmend voller wurde.

Die letzten zwei Stunden waren unglaublich hart. Ich war todmüde, das Schwimmen im dicht bevölkerten, aufgewühlten Wasser eine Qual & die zauberhafte Atmosphäre durch Tageslicht & Menschenmassen in Luft aufgelöst. Um 14:30 Uhr nahm ich überglücklich eine Urkunde über 13,4 km (Ziel fast erreicht ;)) in Empfang & wankte nach Hause.